Danke für deinen Beitrag!
Die kurze Antwort lautet: Nein, genau dafür ist die Hausbatterie (wirtschaftlich gesehen) eigentlich nicht da.
Dass das Auto die Hausbatterie leersaugt, ist aus drei Hauptgründen ein großes Problem:
Dimensionierung (Kapazitäts-Mismatch): Eine typische Hausbatterie speichert meist zwischen 5 und 15 kWh – das reicht locker, um das Haus durch die Nacht zu bringen. Ein E-Auto-Akku ist aber riesig und fasst meist 60 bis 100 kWh. Wenn das Auto anfängt, aus der Hausbatterie zu laden, saugt es diese in kürzester Zeit komplett leer.
Der "Doppel-Verlust" (Wirkungsgrad): Strom zu speichern und wieder abzugeben, verbraucht Energie (Wandlungsverluste). Wenn der Strom erst in die Hausbatterie wandert (Verlust 1) und von dort in den Auto-Akku geladen wird (Verlust 2), verfeuert man ohne Not rund 15 bis 25 % des wertvollen Sonnenstroms allein durch die Abwärme der Wechselrichter. Direkt ins Auto laden ist um ein Vielfaches effizienter.
Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit: Jede Batterie altert durch Ladezyklen. Der Strom aus der Hausbatterie ist wegen der hohen Anschaffungskosten der Anlage pro kWh deutlich teurer als der direkte Strom vom Dach. Es macht wirtschaftlich absolut keinen Sinn, die teuren Zyklen der Hausbatterie für das Auto aufzubrauchen, nur um den Hausakku danach nachts wieder teuer mit Netzstrom auszugleichen.
Die richtige Priorität (Kaskade) sieht daher so aus:
1 Hausverbrauch direkt decken.
2 Hausbatterie vollmachen (damit das Haus autark durch die Nacht kommt).
3 Echten PV-Überschuss direkt ins Auto leiten.
Das Auto ist ein "Fass ohne Boden" für eine normale Hausbatterie. Ziel ist es, dass das Haus nachts autark bleibt und nicht, dass der Auto-Akku den Hausspeicher leersaugt, sodass man nachts erst recht wieder teuren Netzstrom einkaufen muss.