Vergleichstest von auto motor und sport vom 08.10.2026

  • Jetzt wird es wirklich abenteuerlich.

    Nachdem das Fahrzeuggewicht bisher als Erklärung für die schlechteren Bremswerte herhalten musste, wird nun kurzerhand eine neue Bewertungseinheit eingeführt: Meter Bremsweg pro Tonne Fahrzeuggewicht.

    Respekt, auf die Idee muss man erst einmal kommen.

    Nur hat diese Kennzahl leider keinerlei sinnvolle Aussagekraft für die Bremsleistung eines Fahrzeugs. Der Bremsweg steigt eben nicht proportional zum Fahrzeuggewicht. Im idealisierten physikalischen Modell kürzt sich die Masse bei der Berechnung der Bremsverzögerung sogar vollständig heraus.

    Nach deiner Logik müsste man also nur genügend Gewicht in ein Fahrzeug packen, damit es in deiner selbst erfundenen Rangliste immer besser abschneidet. Ein 40-Tonnen-Lkw mit 40 Metern Bremsweg käme auf sensationelle 1 Meter pro Tonne. Ein absoluter Bremschampion!

    Merkst du, wie absurd diese Rechnung ist?

    Noch interessanter finde ich allerdings, dass du selbst schreibst, die vier Meter Unterschied zwischen den Fahrzeugen würden den Bock nicht fett machen. Bei einer Vollbremsung aus 100 km/h kann der Sealion noch mit über 30 km/h unterwegs sein, während das besser bremsende Vergleichsfahrzeug bereits steht. Das ist keine subjektive Interpretation, sondern eine physikalisch berechenbare Konsequenz der gemessenen Bremswege.

    Natürlich darf man die Relevanz solcher Unterschiede für den persönlichen Alltag unterschiedlich bewerten. Niemand behauptet, dass der Sealion deshalb ein schlechtes Auto wäre. Ich fahre ihn schließlich selbst.

    Aber es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen „Diese Schwäche ist mir persönlich nicht wichtig“ und „Diese Schwäche existiert nicht, weil ich eine andere Berechnungsmethode erfunden habe“.

    Und genau darum geht es hier seit Beginn der Diskussion.

    Besonders bemerkenswert ist, dass du einerseits Objektivität einforderst, andererseits etablierte Vergleichstests pauschal als Pseudo-Tests abqualifizierst und stattdessen eine physikalisch unsinnige Kennzahl präsentierst, die zufällig dein Wunschfahrzeug besser aussehen lässt.

    Vielleicht liegt das Problem also weniger bei den angeblich unqualifizierten Testern oder den kritischen Forumsteilnehmern, sondern bei der Bereitschaft, ein objektives Messergebnis auch dann zu akzeptieren, wenn es einem persönlich nicht gefällt.

    Physik wird nicht dadurch objektiver, dass man die Einheiten so lange verändert, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt.

  • Allein durch die Montage von 300er-Reifen ließe sich der Bremsweg verkürzen. Physikalische Faktoren führen zu einem anderen Resultat. Aus diesem Grund sind solche Tests wenig aussagekräftig, da sich die Ergebnisse je nach Schwerpunktsetzung beliebig darstellen lassen. Hinzuziehen ließen sich noch zahlreiche weitere Vergleichspunkte, wodurch der Sealion am Ende womöglich überraschend den ersten Platz belegen würde.

  • Jetzt wird die Argumentation echt abenteurlich.

    Natürlich beeinflussen Reifenbreite, Reifenmischung, Fahrwerk und zahlreiche weitere Faktoren den Bremsweg. Das hat auch niemand bestritten. Allerdings führt die Montage von 300er-Reifen keineswegs automatisch zu einem kürzeren Bremsweg. Reifenhaftung ist deutlich komplexer als die reine Aufstandsfläche.

    Aber du bestätigst damit eigentlich genau meinen Punkt: Die Bremsleistung ist das Ergebnis der konstruktiven Entscheidungen eines Herstellers. Und genau diese Gesamtleistung wird in einem Vergleichstest gemessen.

    Wenn BYD mit anderen Reifen bessere Ergebnisse erzielen könnte, stellt sich doch die Frage, warum man diese nicht ab Werk montiert.

    Besonders interessant finde ich deine Schlussfolgerung, dass Vergleichstests wenig aussagekräftig seien, weil unterschiedliche technische Faktoren zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

    Genau deshalb macht man Vergleichstests! Man möchte schließlich wissen, welches Fahrzeug unter vergleichbaren Bedingungen besser bremst, und nicht, welches unter hypothetisch veränderten Bedingungen vielleicht besser bremsen könnte.

    Und selbstverständlich könnte der Sealion bei einer anderen Gewichtung verschiedener Testkriterien Gesamtsieger werden. Nur ändert das keinen einzigen Zentimeter an seinem gemessenen Bremsweg.

    Was du außerdem konsequent ignorierst: Es handelt sich längst nicht mehr um das Ergebnis eines einzelnen Tests.

    AUTO BILD und auto motor und sport kommen bei ihren jeweiligen Vergleichen zu einem ähnlichen Ergebnis: Der Sealion 7 gehört bei der Bremsleistung nicht zu den Besten. Auch die ADAC-Messung liefert keinen Beleg für eine herausragende Bremsleistung.

    Unterschiedliche Medien, unterschiedliche Tester, unterschiedliche Messbedingungen – und dennoch zeichnet sich ein ähnliches Bild ab.

    Man kann einen einzelnen Test wegen seiner Methodik hinterfragen. Wenn aber mehrere unabhängige Tests in dieselbe Richtung weisen, wird es zunehmend unglaubwürdig, jedes unerwünschte Ergebnis mit neuen Erklärungen wegzudiskutieren.

    Vielleicht sollten wir endlich zwischen drei Dingen unterscheiden: Messwert, technische Erklärung und persönliche Bewertung.

    Der Messwert ist unter den jeweiligen Testbedingungen objektiv ermittelt. Die technischen Ursachen kann man untersuchen. Die persönliche Bedeutung darf jeder selbst beurteilen.

    Aber aus einem schlechteren Messergebnis wird nicht dadurch ein besseres, dass man hypothetisch breitere Reifen montiert oder zusätzliche Bewertungskriterien erfindet.

    Und damit kommen wir zum eigentlichen Problem dieser Diskussion: Du bist offenbar vollkommen beratungsresistent. Egal welche Messwerte, physikalischen Zusammenhänge oder sachlichen Argumente man dir präsentiert, du findest immer wieder eine neue Ausrede, warum die Ergebnisse angeblich nicht aussagekräftig sein sollen.

    Ich habe inzwischen weder die Lust noch die Geduld, ständig deine fachlich falschen Behauptungen zu korrigieren und immer wieder dieselben Grundlagen zu erklären.

    Eine Diskussion setzt voraus, dass beide Seiten bereit sind, Argumente und Fakten auch dann anzuerkennen, wenn sie nicht ins eigene Weltbild passen. Diese Bereitschaft kann ich bei dir leider nicht erkennen.

    Deshalb ist für mich an dieser Stelle Schluss. Gegen sachliche Argumente kann man diskutieren, gegen konsequente Faktenverweigerung nicht.

    Ich bin raus.

  • Weißt du, Mitch, du verstehst schlicht und einfach nicht, dass man die Fahrzeuge bei entsprechendem Willen so erscheinen lassen kann, dass der gewünschte Effekt erzielt wird. Du erwähnst ständig die Bremsleistung beziehungsweise das Fahrwerk als „Schwäche“, doch das ist sie eben keineswegs. Man kann 1000 verschiedene Fahrzeuge testen und erhält dadurch 1000 verschiedene Resultate.

    Die Realität sieht nun einmal so aus, dass im Alltag die absoluten Spitzenwerte hoffentlich niemals abgerufen werden müssen. Selbst wenn es einmal der Fall sein sollte, sind die Bedingungen kaum jemals mit denen im Test vergleichbar.

    In Bezug auf Tests sei zudem an den Dieselskandal erinnert: Im Labor, unter Einhaltung bestimmter Kriterien, war stets alles bestens.

    Aber lass gut sein, Mitch, wir betrachten die Dinge eben aus völlig unterschiedlichen Perspektiven.

  • Nachdem du mich direkt ansprichst, noch einmal.


    Du bestätigst mit deiner Antwort eigentlich nur noch einmal, warum diese Diskussion zu nichts führt.


    Natürlich kann man durch die Auswahl und Gewichtung verschiedener Kriterien ein Gesamtergebnis beeinflussen. Aber darum geht es überhaupt nicht. Ein gemessener Bremsweg bleibt ein gemessener Bremsweg. Und wenn ein Fahrzeug unter vergleichbaren Bedingungen mehrere Meter später zum Stehen kommt als ein anderes, dann ist seine Bremsleistung in diesem Test schlechter. Punkt.


    Dass 1.000 unterschiedliche Fahrzeuge 1.000 unterschiedliche Ergebnisse liefern, ist übrigens keine bahnbrechende Erkenntnis, sondern der Sinn eines Vergleichstests.


    Auch dein Argument, dass man die Grenzen eines Fahrzeugs im Alltag hoffentlich niemals erreicht, ist bemerkenswert. Gerade bei einer Notbremsung entscheidet nicht der Fahrer, ob er die maximale Bremsleistung benötigt. Und ausgerechnet dann können wenige Meter entscheidend sein.


    Dass die realen Bedingungen von denen eines Tests abweichen, macht vergleichbare Messungen nicht wertlos. Sonst könnten wir sämtliche Sicherheits- und Crashtests gleich abschaffen.


    Und jetzt auch noch den Dieselskandal als Argument gegen Bremsentests anzuführen, ist schon eine bemerkenswerte argumentative Verrenkung. Dort wurden Prüfverfahren gezielt manipuliert. Hast du irgendwelche Belege dafür, dass AUTO BILD oder auto motor und sport ihre Bremsmessungen manipulieren? Falls nicht, ist dieser Vergleich schlicht absurd.


    Mehrere unabhängige Tests zeigen, dass der Sealion 7 bei der Bremsleistung nicht zur Spitze gehört. Das bedeutet weder, dass er ein schlechtes Auto ist, noch, dass seine Bremsen grundsätzlich unsicher wären.


    Und im Gegensatz zu deiner Unterstellung stütze ich mich dabei nicht ausschließlich auf irgendwelche Zeitschriftentests. Ich habe den Sealion 7 selbst in entsprechenden Fahrsituationen getestet und dabei eigene Erfahrungen mit seinem Brems- und Fahrverhalten gesammelt. Meine Einschätzung beruht also sowohl auf veröffentlichten Messergebnissen als auch auf persönlichen Erfahrungen hinter dem Steuer. Ich weiß durchaus, wovon ich spreche.


    Es bedeutet lediglich, dass andere Hersteller diese Disziplin besser beherrschen. Warum fällt es dir so schwer, diese einfache Tatsache zu akzeptieren?


    Wir betrachten die Dinge übrigens nicht aus unterschiedlichen Perspektiven. Du möchtest objektive Messergebnisse offenbar nur dann anerkennen, wenn sie deiner persönlichen Bewertung entsprechen.


    Ich akzeptiere die Messwerte, gleiche sie mit meinen eigenen Erfahrungen ab und bilde mir daraus eine Meinung. Du hast eine Meinung und suchst nach Gründen, warum die Messwerte nicht gelten sollen.


    Das ist der eigentliche Unterschied.


    Und damit ist die Diskussion für mich endgültig beendet.

  • Ich brauche wohl doch einen Porsche GT3, damit ich einfach besser bremsen kann.

    Ich möchte mich direkt im Voraus dafür entschuldigen, falls ich nicht so gut Auto fahren kann oder meine Fahrkünste bei Weitem nicht ausreichen. ;)

  • Ich denke, dass die Auto-Magazine schon wissen, dass auch die Temperatur und vielleicht sogar die Luftfeuchte das Bremsverhalten ändern.

    Die leben davon, dass sie seriös daherkommen und werden sich um gleiche Bedingungen für alle ihre Tests bemühen.

    Daher schließe ich mich Mitch an und akzeptiere, dass der SL -was die Bremsen angeht- eben nur Mittelmaß ist.


    Ich habe übrigens auf Youtube einen älteren Bericht über den SL gesehen in dem ein Werkstattmeister auch die Bremsscheiben begutachtet hat. Seine Feststellung für die hinteren Scheiben war, dass die zwar ausreichend sind, für ein so starkes Auto aber größere sinnvoll wären. Vielleicht eine Erklärung... Hier der Bericht: https://www.youtube.com/watch?v=yOZh4tLsy54. Der Teil mit den Bremsen beginnt etwa ab 1:05 Std.

    In der ersten halben Stunde regt sich der Typ heftig über die Assistenzsysteme auf, da könnten wir sicher an anderer Stelle wieder eine nette Diskussion anstoßen ;)

  • Wenn ich an meinen Alfa 75 zurückdenke: Damals war die Bremse bei einer Verzögerung von 200 auf 0 bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h fuchsteufelsrot und die Bremswirkung gleich null. Dagegen ist der Sealion7 absolut erstklassig.

    Ach neh, dieser Vergleich zählt ja nicht ;)

  • Ich brauche wohl doch einen Porsche GT3, damit ich einfach besser bremsen kann.

    Ich möchte mich direkt im Voraus dafür entschuldigen, falls ich nicht so gut Auto fahren kann oder meine Fahrkünste bei Weitem nicht ausreichen. ;)

    Wenn einem die sachlichen Argumente ausgehen, bleibt offenbar nur noch billige Polemik.

    Vom Fahrzeuggewicht über 300er-Reifen bis zum Porsche GT3 – du hast inzwischen nahezu alles bemüht, nur um dich nicht mit den eigentlichen Fakten auseinandersetzen zu müssen.

    Deine Polemik ist kein Ersatz für Fachwissen, und deine Ironie widerlegt keinen einzigen Messwert.

    Du demonstrierst inzwischen eindrucksvoller deine eigene Beratungsresistenz als irgendeine Schwäche des Sealion 7.

    Wer keine Argumente mehr hat, sollte wenigstens den Unterschied zwischen einer Diskussion und einer peinlichen Ausweichbewegung kennen.


    Und zum Alfa 75: Großartig! Endlich haben wir einen Vergleich gefunden, bei dem der Sealion 7 eindeutig überlegen ist: ein rund 40 Jahre altes Fahrzeug mit offenbar völlig überhitzten Bremsen.

    Wenn das inzwischen der Maßstab ist, den wir an einen modernen, über 500 PS starken Elektro-SUV anlegen, sagt das eigentlich schon alles über das Niveau der Gegenargumente.

    Aber immerhin: Die Bremsen des Sealion sind besser als die eines überhitzten Alfa 75. Damit wäre die technische Diskussion wohl endgültig geklärt.

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