Sealion7 - Ladegeschwindigkeiten - Erfahrungen AC/DC Laden

  • Ich habe zuletzt bei Ionity in Innerbraz (Vorarlberg) bei –10 °C nach rund 20 Minuten Vorkonditionierung von 18 % auf 80 % in 26 Minuten geladen.

    Im Ötztal bei E-Laden Tirol waren es bei –16 °C mit etwa 25 Minuten Vorkonditionierung 34 % auf 80 % in 22 Minuten.

    Abgesehen vom hohen Verbrauch von rund 30 kWh/100 km – der mich bei meinem Nutzungsverhalten nicht stört – bin ich mit dem Ladeverhalten unter diesen Bedingungen sehr zufrieden.


  • Das muss wohl am Auto liegen. Anders lässt sich das nicht erklären. Jetzt lädt doch Deine Schweisskarre bei absoluten Minusgraden problemlos, und nicht nur Deine, nein, die von Basti90 auch, und der in Finnland erst recht noch, wo doch Design 7 von einer Wegwerfkarre spricht.

    Ich muss zugeben, manchmal muss ich schon den Kopf schütteln darob, wie Menschen einfach so, im Rundumschlag, vorschnell ein Urteil über etwas fällen, wofür sie bestenfalls Vermutungen, aber keinesfalls Fakten und Fachkenntnisse haben, dies aber in einem Tonfall tun, als wären sie Fahrzeugingenieure und als sei es das Wort Gottes. Vieles davon ist wohl Ausdruck einer aufgestauten Frustration über gewisse Vorkommnisse mit unserem Seelöwen, und so manches auch Ausdruck einer realitätsfremden Erwartungshaltung an ein sehr neues Produkt.

    Auch ich bin nicht ganz frei von Frustrationen, was meinen Seelöwen angeht, aber weniger mit den hinlänglich bekannten Mängeln des Autos selbst, als damit, wie Händler und Hersteller mit den Problemen umgehen. Wenn man in Betracht zieht, dass unser Auto noch sehr neu ist, und von einer Komplexität, die alles übersteigt, was die meisten von uns bis heute gefahren sind, und wir das beim Kauf des Autos ja auch wissen, dann müssen wir schon bereit sein, gewisse "Kinderkrankheiten" in Kauf zu nehmen. Wer dabei den Seelöwen vorschnell für alles verantwortlich macht, springt schlicht und einfach zu kurz. Das mag am Stammtisch gut ankommen, aber bei allem Respekt, ich erwarte dass dieses Forum kein Stammtisch ist, und keine Toilette, in die jedermann nach Belieben und Gutdünken reinkotzen kann, wenn er sich danach fühlt. Im Gegenteil, ich fordere von den Forum-Mitgliedern ein, dass sie sich möglichst objektiv und konstruktiv einbringen. Wir alle haben auch eine Verantwortung denjenigen gegenüber, die sich bei uns Rat und Information für einen möglichen Kauf suchen. Denen werden wir mit "Wegwerfkarre" und ähnlich derogativen Attributen in keiner Weise gerecht! Allzeit gute Fahrt.

  • Zu #432:

    Danke für diesen Beitrag. Ich bin einer 'Derjenigen', die Tips, Rat u. Informationen zum SL7 suchen. Zur Zeit fahre ich nämlich einen japanischen PHEV und werde mich in Kürze zwischen Anschaffung eines Verbrenners oder eines reinen EV's entscheiden. Gegen den PHEV spricht die im Winter systembedingt aufgrund knapper Kapazität der Batterie zusammengebrochene Reichweite von 28KM (statt 61).

    Laden werde ich für die 25.000 Km p.a. nahezu ausnahmslos Zuhause über 11KW CCE

    Insofern finde ich den SL7 mit seinen flotten Fahrleistungen faszinierend. Und nach meinen Erfahrungen mit der "Kundenbetreung' div. anderer Marken kann mich das Image der des BYD nicht mehr erschüttern, aber Erfahrungen nicht nur zur Alltagstauglichkeit sondern auch zu Servicequalität und Ersatzteilversorgung interessieren mich.

    Daher verfolge ich aufmerksam die Berichte in diesem Forum, evtl. wird's ja ein SL7?

  • Hallo Tomcat50,

    erstmal Kompliment: Deine Texte lesen sich so wunderbar geschmeidig, man könnte fast meinen, die Marketingabteilung des Herstellers hätte dich persönlich als Edelfeder rekrutiert. Das muss man erst mal so hinkriegen, Hut ab!


    Ich für meinen Teil bleibe bei meinen Schilderungen aber ganz egoistisch beim „Hier und Jetzt“ meines eigenen Fahrzeugs. Es ist natürlich rührend, wie es anderen ergeht, aber momentan konzentriere ich mich voll und ganz auf mein persönliches Abenteuer mit der Technik.


    Dein Rat mit dem Werkstattbesuch ist natürlich goldrichtig – vorausgesetzt, man möchte dort einziehen und den Mechanikern beim Älterwerden zusehen. Da ich aber noch ein Leben außerhalb von Wartezimmern habe, sammle ich meine kleinen „Besonderheiten“ jetzt erst mal bis zur Durchsicht im März.


    Ich gehe zwar mit der festen Erwartung hinein, dass bei dieser technischen Komplexität am Ende alles beim Alten bleibt, aber hey: Man gönnt sich ja sonst keinen Optimismus.


    Danach werde ich ganz entspannt die Zähne zusammenbeißen, mein Abo auslaufen lassen und mich nach einem neuen Begleiter umsehen. Ein BYD wird es dann wohl eher nicht mehr werden – auch wenn ich beim Z9GT kurzzeitig schwach werden wollte.


    Aber man soll ja gehen, wenn es am schönsten... oder eben am anstrengendsten ist.

  • Guten Morgen zusammen,

    um wieder auf die sachliche Ebene zurückzukommen, möchte ich einmal eine positive Erfahrung mit AC-Laden teilen.

    Mir ist bewusst, dass das nicht mit DC-Laden vergleichbar ist – trotzdem fand ich es erwähnenswert.

    Ausgangslage:

    Der SoC lag bei 18 %, geladen wurde zu Hause an der Wallbox.

    In 7:30 Stunden wurden rund 80 kWh geladen.

    Bei einem Preis von 0,2445 € pro kWh ergibt das ca. 19,50 €.

    Mit diesen 80 kWh komme ich aktuell – je nach Bedingungen – etwa 270–300 km weit.

    Zum Vergleich:

    Mein früherer S-Max lag bei ca. 6,5 l Super. Für eine vergleichbare Strecke wären das heute rund 27–30 € gewesen.

    Unterm Strich:

    Für mich ein sehr angenehmes und positives Ladeerlebnis.

    Einen schönen Sonntag euch allen und allzeit sichere Fahrt 🚗⚡

  • Noch ein kurzer Zusatz meinerseits zu DC-Ladeproblemen.

    Ich hab mit dem SL/ bisher noch nicht DC geladen, weil noch keine Langstrecke gefahren.


    Mit meinem vorigen Stromer habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass scheinbar teilweise die Stecker der Säulen durch den Gebrauch abnutzen und man tunlichst darauf achten muss, dass der Stecker, gerade im oberen Bereich, wo sich die Signalisierungs-Pins befinden (Kommunikation zwischen Auto und Säule), vollständig an der Ladebuchse anliegt.

    Ich habe das immer durch festeres Andrücken gelöst und die meisten Probleme (sofern es überhaupt welche gab) beim Starten eines Ladevorgangs und der anfänglichen Ladephase, konnte ich damit beheben.

    Da sich der Ladeanschluss beim SL7 sogar höher als der bei meinem vorigen Stromer (Mustang Mach-E) befindet und auch eine etwas stärkere Neigung nach oben aufweist, könnte alleine das Gewicht der DC-Ladekabel dafür sorgen, dass es hier auf Grund der Zugkräfte nach unten ggf. häufiger zu o.g. Problem kommen könnte.


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  • Da sich der Ladeanschluss beim SL7 sogar höher als der bei meinem vorigen Stromer (Mustang Mach-E) befindet und auch eine etwas stärkere Neigung nach oben aufweist, könnte alleine das Gewicht der DC-Ladekabel dafür sorgen, dass es hier auf Grund der Zugkräfte nach unten ggf. häufiger zu o.g. Problem kommen könnte.

    Danke, StylTec, für diesen Hinweis. Das erscheint mir durchaus plausibel. Die dicken Ladekabel sind ja in der Tat recht unhandlich und schwer. Da ich oft Langstrecke fahre, lade ich entsprechend öfters an DC-Ladestellen. Anfänglich hatte ich ein paar Mal Ladeabbrüche, aber schon seit langer Zeit nicht mehr. Ich werde aber künftig ein Auge darauf haben.

  • Dein Rat mit dem Werkstattbesuch ist natürlich goldrichtig – vorausgesetzt, man möchte dort einziehen und den Mechanikern beim Älterwerden zusehen. Da ich aber noch ein Leben außerhalb von Wartezimmern habe, sammle ich meine kleinen „Besonderheiten“ jetzt erst mal bis zur Durchsicht im März.

    Du sprichst ein Phänomen an, das ich tatsächlich zur Genüge kennengelernt habe. Das ist auch was ich meinte, als ich den Umgang mit den Mängeln durch BYD und die Händler monierte. Mein Eindruck ist, dass die Servicetechniker vielerorts durch BYD noch nicht, oder sehr schlecht, ausgebildet sind und das Fahrzeug noch nicht, bzw. teilweise gar nicht, verstehen. Nur so lässt sich erklären, warum sie nach jedem Diagnoseschritt eine Anfrage an BYD (in meinem Fall DE) schicken und dann tagelang auf eine Antwort warten müssen, bis es weitergeht.


    In meinem spezifischen Fall bin ich im November drei (3) Mal von Zürich nach Rottweil gepilgert (320 Km Rundreise) und musste zweimal ein Mietauto auf eigene Kosten nehmen, da der Händler nicht kulant ist. Das erste Mal war's für die Diagnose, dann zehn Tage später noch für eine weitere Diagnose, weil die erste laut BYD DE nichts gebracht hat. Die dritte Reise war dann für den Ersatz der GPS-Antenne. Als die dann eingebaut war, stellte sich heraus, dass das nicht das Problem war (!). Nach zehn weiteren Tagen hat mich BYD DE nun zu einer zusätzlichen, dreitägigen Diagnosesitzung aufgeboten. Da wir erst im Februar zurück in die Schweiz kommen, verzögert sich die Lösung also weiter. Darauf wird dann wohl nochmal eine Reise zur Behebung der Probleme kommen, denn die schaffen es ja nicht, unmittelbar nach der Diagnose eine Antwort von BYD zu erhalten und die Reparatur gleich auszuführen. Da liegen immer wieder Tage dazwischen. Vorausgesetzt, der nächste Diagnosetermin bringt die Antwort zum Problem, und die Reparatur die endgültige Behebung desselben, habe ich dann ca. 2000 Km nur aufgrund dieser Mängel gefahren.


    Interessant, amüsant und gleichzeitig sehr bezeichnend für das Problem BYDs: Der Servicemechaniker meinte, dass die GPS-Antenne auf dem Dach des Fahrzeugs zu finden sei, weil ja Antennen typischerweise auf Dächern sind. Zwei Stunden in die Arbeit hat er dann erkannt, dass da oben keine Antenne ist und musste bei BYD nachfragen, wo sie sich denn tatsächlich befindet. Die sitzt unter dem Armaturenbrett, und das musste dann mühsam aus- und wieder eingebaut werden, was einen zusätzlichen Arbeitstag ergab. Für diesen krassen Fehler hat mir der Händler allerdings die Miete des Ersatzwagens gestrichen.


    Diese Vorkommnisse sind sehr ärgerlich und zeigen auf, wie mangelhaft das Servicenetz von BYD heute noch aufgestellt ist. Da wird noch sehr, sehr viel improvisiert. Man muss also sein Auto schon sehr lieben, um das aushalten zu können. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich die Situation in den kommenden Monaten und Jahren laufend verbessern wird. Sich auch verbessern muss, sonst laufen BYD die Kunden davon.


    Glücklicherweise beeinträchtigen die Probleme in meinem Fahrzeug die Fahreigenschaften in keiner Weise. Über Apple Car Play habe ich Zugang zu einem (sowieso besseren als das im Auto verbaute) Navi, und ich kann ohne funktionierende SIM-Karte im Auto noch auskommen, obwohl ich so keine Updates empfangen kann. Trotz der Mängel bin ich im Fazit mit meinem Fahrzeug sehr zufrieden und würde es keinesfalls mehr hergeben, und noch weniger jemals wieder einen Verbrenner kaufen. BYD DE, und den Mitgliedern des Servicenetzes, würde ich hingegen gerne einen kräftigen Tritt in den Hintern versetzen, damit sie endlich den Daumen herausnehmen und einen anständigen, dem Marktniveau entsprechenden Service aufziehen.

  • Daher verfolge ich aufmerksam die Berichte in diesem Forum, evtl. wird's ja ein SL7?

    Mit den von Dir geschilderten Voraussetzungen wirst Du den Kauf eines SL7 nicht bereuen. Wenn es das Budget erlaubt, würde ich Dir eine Allrad-Version empfehlen. Wer viel fährt, schätzt den ausgezeichneten Reisekomfort des Fahrzeugs. Und wenn Du zuhause mit 11 kWh lädtst, um so besser. Ich kann das Auto nur empfehlen. Ich fahre das Topmodell Excellence, aber die "kleineren" tun es durchaus auch.