Vergleichstest von auto motor und sport vom 08.10.2026

  • Du verwechselst hier Bremsweg und Anhalteweg. Bei einer standardisierten Bremswegmessung spielt die Reaktionszeit des Fahrers keine Rolle. Gemessen wird ab Beginn der Bremsung bis zum Stillstand. Deine Rechnung mit den 0,14 Sekunden ist zwar für den Reaktionsweg grundsätzlich richtig, hat mit dem gemessenen Bremsweg aber nichts zu tun.

    Und natürlich führen unterschiedliche Fahrzeugkonzepte zu unterschiedlichen Ergebnissen. Genau deshalb macht man ja Vergleichstests. Niemand erwartet identische Werte.

    Der Vergleich mit Porsche oder Lamborghini geht ebenfalls am Thema vorbei. Hier wurden fünf leistungsstarke Elektrofahrzeuge einer ähnlichen Klasse miteinander verglichen, keine Supersportwagen.

    Interessant ist übrigens auch, dass der Sealion 7 mit 38,7 Metern kalt und 39,1 Metern warm nicht nur den längsten Bremsweg im Testfeld hat, sondern sich seine Werte bei warmer Bremse sogar leicht verschlechtern. Der Kia kommt unter denselben Testbedingungen auf 34,5 beziehungsweise 33,5 Meter.

    Was die „Fanboys“ betrifft: Ich habe nicht behauptet, dass jeder, der anderer Meinung ist, ein Fanboy wäre. Mir geht es darum, dass objektiv messbare Schwächen nicht dadurch verschwinden, dass man sie für den eigenen Alltag als irrelevant erklärt.

    Ich fahre den Sealion selbst gerne. Aber Begeisterung für ein Fahrzeug und eine kritische, sachliche Auseinandersetzung mit seinen Schwächen schließen sich nicht aus.

  • Bezüglich Bremsweg hat der ADAC beispielsweise 35,7 m gemessen.

    Ein Tesla mit 400 kg mehr Gewicht käme demnach auf etwa 40 m.

    Es ist schlichtweg ein Fakt, dass diese Fahrzeuge unterschiedlich beschaffen sind und folglich auch abweichende Ergebnisse erzielen. Daher handelt es sich bei den sogenannten „Schwächen“ lediglich um eine Interpretation des jeweiligen Autors.

  • Dass der ADAC 35,7 Meter gemessen hat, widerspricht dem Vergleichstest der auto motor und sport nicht zwangsläufig. Unterschiedliche Testbedingungen, Reifen, Temperaturen und Fahrbahnoberflächen können durchaus zu abweichenden Ergebnissen führen.

    Entscheidend ist aber der Vergleich unter möglichst identischen Bedingungen innerhalb eines Tests. Und dort benötigt der Sealion 7 eben 38,7 Meter, während beispielsweise der Kia EV6 GT bereits nach 34,5 Metern steht.

    Deine Rechnung zum Tesla verstehe ich allerdings nicht. Seit wann lässt sich der Bremsweg proportional aus dem Fahrzeuggewicht ableiten? Entscheidend sind unter anderem Reifenhaftung, Bremsanlage, Fahrwerksabstimmung und ABS-Regelung. Das Gewicht allein erlaubt keine seriöse Berechnung des Bremswegs.

    Und natürlich sind unterschiedliche Fahrzeugkonzepte unterschiedlich abgestimmt. Aber genau das ist doch der Sinn eines Vergleichstests: Unterschiede aufzuzeigen und zu bewerten.

    Eine komfortable Fahrwerksabstimmung ist Geschmackssache. Ein längerer Bremsweg, geringere Geschwindigkeiten beim Ausweichtest oder stärkere ESP-Eingriffe sind dagegen messbare Eigenschaften und keine bloßen Interpretationen eines Journalisten.

    Man kann darüber diskutieren, wie stark man diese Eigenschaften persönlich gewichtet. Aber die Messwerte selbst werden dadurch nicht subjektiv.

    Ich verstehe daher nicht, warum es so schwerfällt, anzuerkennen, dass der Sealion 7 in bestimmten Disziplinen objektiv schlechter abschneidet. Das macht ihn doch nicht automatisch zu einem schlechten Auto.

  • Es erweist sich als wenig zielführend, ein Fahrzeug, das ein um 400 kg höheres Gewicht aufweist, bei einem Ausweichmanöver mit demselben Fahrverhalten wie einen Tesla zu vergleichen. Physikalische Unterschiede bedeuten keineswegs, dass ein Fahrzeug minderwertiger ist; sie führen lediglich zu einem abweichenden Fahrverhalten.

  • Ich habe langsam den Eindruck, dass du den Unterschied zwischen einer physikalischen Erklärung und einer objektiven Bewertung entweder nicht verstehst oder bewusst ignorierst.

    Natürlich beeinflussen 400 kg Mehrgewicht das Fahrverhalten. Das hat niemand bestritten. Aber seit wann macht die physikalische Erklärung einer Schwäche diese Schwäche plötzlich irrelevant?

    Nach deiner Logik dürfte man überhaupt keine Fahrzeuge mehr miteinander vergleichen, weil sie sich immer in Gewicht, Fahrwerk, Reifen oder Konstruktion unterscheiden. Damit hätten wir den Sinn eines Vergleichstests erfolgreich abgeschafft. Herzlichen Glückwunsch. ;)

    Und niemand hat behauptet, dass der Sealion 7 deshalb grundsätzlich minderwertig sei. Das ist eine Aussage, die du hier selbst in die Diskussion einführst, um anschließend dagegen zu argumentieren.

    Es geht um objektiv messbare Unterschiede bei Bremsweg, Fahrstabilität und Ausweichverhalten. Ob diese durch Gewicht, Fahrwerkskonstruktion oder Abstimmung entstehen, ändert nichts am Ergebnis.

    Im Übrigen ist das höhere Gewicht keine Naturkonstante, die BYD aufgezwungen wurde, sondern ebenfalls das Ergebnis konstruktiver Entscheidungen des Herstellers.

    Man kann den Sealion 7 mögen, ihn komfortabel finden und trotzdem anerkennen, dass andere Hersteller bestimmte fahrdynamische Aufgaben besser gelöst haben.

    Wer aber jede nachgewiesene Schwäche mit einer neuen Begründung relativiert, demonstriert letztlich ziemlich anschaulich, was mit unkritischer Markenloyalität (Fanboy) gemeint ist.

    Vielleicht sollten wir uns einfach darauf einigen, dass Physik die Ergebnisse erklärt, aber nicht automatisch entschuldigt.

  • Die Autobild hat den SL offenbar auch in einem Test bremsen lassen. Ich habe die KI gebeten auffindbare Bremsentests aus der Auto Bild aufzulisten. Hier das Ergebnis. Auch bei der dieser Zeitung schneidet unser SL nicht so sonderlich gut ab. Aber schaut selbst.

    Elektroautos Bremsweg

    Stand der Recherche: 26. Oktober 2026. alle Messwerte aus AUTO BILD, Bremsung von 100 auf 0 km/h.
    Fahrzeug Gewicht Bremsweg kalt Bremsweg warm Differenz
    Alpine A390 GT 2.158 kg 36,7 m 36,8 m +0,1 m
    Audi Q4 5.0 e-tron quattro2.214 kg 36,6 m 35,7 m -0.9 m
    Audi Q6 e-tron quattro 2.455 kg 33,8 m 33,4 m -0,4 m
    BMW i4 M50 2.305 kg 34,7 m 33,7 m −1,0 m
    BMW iX xDrive45 2.523 kg 36,9 m 36,2 m −0,7 m
    BMW iX3 50 xDrive 2.339 kg 35,7 m 33,9 m -1,8 m
    BYD Atto 3 Evo 1.876 kg 36,4 m 37,7 m +1,3 m
    BYD Dolphin Surf Comfort 1.411 kg 38,4 m 40,6 m +2,2 m
    BYD Sealion 7 2.390 kg 36,4 m 37,7 m +1,3 m
    Citroën ë-C3 Standard Range 1.454 kg 36,7 m 34,6 m −2,1 m
    Fiat 500 Elektro 1.342 kg 37,1 m 38,0 m +0,9 m
    Genesis GV60 Sport AWD 2.131 kg 34,5 m 35,1 m +0,6 m
    Hyundai Ioniq 6 84 kWh AWD 2.101 kg 35,9 m 35,2 m −0,7 m
    Hyundai Kona Elektro 65 kWh 1.729 kg 37,1 m 40,3 m +3,2 m
    Kia EV5 2.050 kg 33,9 m 33,4 m −0,5 m
    Kia PV5 Passenger 2.137 kg 36,9 m 37,6 m +0,7 m
    Mercedes EQB 350 4Matic 2.107 kg 35,8 m 35,9 m +0,1 m
    Mercedes GLB 250+ EQ 2.198 kg 32,0 m 33,6 m +1,6 m
    Nio ET5 100 kWh 2.219 kg 34,7 m 35,6 m +0,9 m
    Nissan Ariya e-4orce 2.233 kg 37,1 m 37,5 m +0,4 m
    Renault Twingo E-Tech 80 1.241 kg 34,9 m 36,1 m +1,2 m
    Skoda Elroq 85 2.106 kg 35,3 m 34,2 m −1,1 m
    Skoda Enyaq Coupé RS 2.209 kg 36,3 m 36,2 m -0,1 m
    Tesla Model 3 (Basismodell) 1.776 kg 38,2 m 38,5 m +0,3 m
    Tesla Model 3 Performance 1.835 kg 34,3 m 34,3 m 0,0 m
    Tesla Model Y Long Range RWD 1.916 kg 36,4 m 38,5 m +2,1 m
    VW ID.3 Neo 1.905 kg 33,6 m 33,9 m +0,3 m
    VW ID.7 GTX 4Motion 2.333 kg 36,0 m 35,1 m −0,9 m
  • Warum nicht gut ? Hat er nicht gebremst? ;)

  • Ich werde mir einen Porsche GT3 RS zulegen, der innerhalb von 28 Metern zum Stehen kommt. Sämtliche anderen Fahrzeuge sind schwach, unzureichend, mangelhaft und schlichtweg Versager, oder ein Formel 1 Auto, das steht nach 15m;)

  • Zweinullzwei hat hier m.E. durchaus einen Punkt. Ich finde Vergleichstests legitim, besonders wenn sie auf objektiver Vergleichsbasis stattfinden. Es sind die Schlussfolgerungen daraus, die oftmals problematisch, weil wenig objektiv, sind. Die Problematik darin sehe ich in der Bewertung der Resultate, die oftmals in keinem Verhältnis zu den Fakten steht, eine Bewertung vielmals von unqualifizierten Leuten, die sich eher profilieren möchten, als konkret etwas Greifbares für die Leser beizusteuern.


    Das obige Beispiel aus der Autobild verdeutlicht das ziemlich gut. Die Differenz zwischen dem Fahrzeug mit dem kürzesten Bremsweg und dem 200 kg schwereren Seelöwen ist gerade mal 4 Meter. Runde zehn Prozent mehr bei grösserem Gewicht. Daraus würde ich jetzt nicht eine grosse Geschichte machen wollen; der Unterschied macht den Bock nicht fett. (Jaja, ich höre Euch schon: Die vier Meter können den Unterschied zwischen Leben und Tod machen. Habe ich alles schon gehört!) Daraus zu schliessen, dass der Seelöwe schwach im Bremsen ist, wäre schon eine gewagte, und sehr subjektive, Aussage. Viel interessanter wäre hier zu beleuchten, dass Fahrzeuge, die deutlich leichter sind, wie der Tesla Model Y oder Model 3, sogar noch längere Bremswege als der Seelöwe haben, und warum ein VW ID3, immerhin eine halbe Tonne leichter als der Seelöwe, keinen deutlich kürzeren Bremsweg hat. Und als Fahrer eines BYD Dolphin, eine Tonne leichter als sein grösserer Cousin, würde ich mir über die Länge dessen Bremsweges deutlich grössere Sorgen machen, als wir uns mit unserem Seelöwen machen müssen.


    Der obige Test verdeutlicht einmal mehr, dass hier im Vergleich bunt gemischt wird, Seegurken mit Salatgurken verglichen werden. Würde man den Bremsweg im Verhältnis zum Fahrzeuggewicht darstellen, sähe die Rangfolge ganz anders aus. So wäre, nur um ein paar Beispiele herauszugreifen, der Seelöwe mit 15,23 Metern Bremsweg pro Tonne Gewicht (M/T) nur knapp hinter dem "Testsieger", dem GLB 250 mit 14.56 M/T. Der Zweitplatzierte VW ID3 wäre mit 17.64 M/T deutlich hinter dem Seelöwen, so wie auch der Ioniq 5 mit 16.84 M/T, oder der Citroën C3 mit sagenhaften 25.24 M/T. Alles Fahrzeuge, die in der obigen Liste VOR dem Seelöwen platziert sind. Soviel für Objektivität, Leute! Diese Beispiele verdeutlichen einmal mehr, wie problematisch, subjektiv und oftmals unverhältnismässig diverse Einschätzungen einzelner Forumteilnehmer sind.


    Zum Teil werden hier auch auch Pseudo-Tests wie in der kürzliche Vergleich in der Zeitschrift Automobil und Sport oder sowas Ähnliches vorgeführt. Voll von nicht-objektiven Vergleichskriterien, Beliebigkeit und subjektiven Einschätzungen der Verfasser. Solche Dinge hier zu publizieren machen keinen Sinn, ausser man will eine Diskussion der Diskussion willen anzetteln. Für das, liebe Kollegen, bin ich nicht in diesem Forum, und bei solchen Vorkommnissen ist energische Widerrede von mir zu erwarten. Mir deswegen eine unkritische Haltung gegenüber dem Seelöwen zu unterstellen, halte ich für vermessen. Allzeit gute Fahrt, und glaubt nur Tests, die Ihr selbst gefälscht habt!

  • eAUTO-THG-PRÄMIE (*) | Zubehör bei Amazon (*) | Zubehör bei Ebay (*) | Kfz-Versicherung (*)

    * Werbung / Affiliate Link - Du unterstützt unser Forum möglicherweise mit einer kleinen Provision. Danke!