Hi zusammen,
bin auch relativ neu hier im Forum. Habe meinen SL7 Comfort am 02.10. abgeholt und wollte kurz meine Erfahrungen mit euch teilen.
Außer der Fahrt nach Bosnien war ich noch in Deutschland unterwegs und habe jetzt schon 2.900 km gesammelt.
Zum Kontext:
Wohne in Ulm, die Urlaubsfahrt ging nach Nordwest-Bosnien (~850 km einfache Strecke), vollgeladen und mit zwei Kindersitzen.
Wegen meiner Arbeit hatte ich in den letzten zwei Jahren die Gelegenheit, sehr viele neue Mercedes-Modelle zu fahren, deswegen vergleiche ich den SL7 oft mit MB.
Fahrweise war 130–135 km/h mit ACC/ICC auf der Autobahn, danach auf der Landstraße in Kroatien und Bosnien alles aus.
Komfort und Platz:
Wir waren begeistert vom Platzangebot – insbesondere das „Loch“ im Kofferraum und der Frunk haben viel mehr gefasst als erwartet. Platz hinten war super, auch mit zwei Kindersitzen gab es nichts zu bemängeln. Der Sitzkomfort war überdurchschnittlich und ich kann sagen, dass der SL7 auf dem gleichen Niveau ist (wenn nicht sogar besser) im Vergleich zu einem MB-Äquivalent wie z. B. dem GLC.
Assistenzsysteme:
Hier war meine größte Überraschung. Ich habe auf YouTube so viel Schlechtes gesehen und in Reviews gelesen, dass ich ein unbenutzbares Stück Schrott erwartet habe.
Ich fand die Systeme aber vollkommen okay und habe ACC sowie ICC genutzt. Klar sind sie nicht so ausgereift wie bei Tesla oder MB, aber weit davon entfernt, nicht hilfreich oder unnutzbar zu sein.
Ich hatte keine Phantombremsungen oder unerwarteten Reaktionen vom Fahrzeug.
Auf der Landstraße in Bosnien und Kroatien habe ich die Systeme ausgeschaltet, weil oft die Spurlinien fehlen und die Fahrkultur doch ein bisschen anders ist als in Deutschland. 😉
Verbrauch & Laden:
Habe die Route mit ABRP geplant, was aber grundsätzlich kein großes Thema war, da wir wegen der Kleinkinder sowieso relativ oft Pausen machen müssen.
Auf dem Weg nach Bosnien hatten wir 4 Stopps, auf dem Rückweg 3. Die (Lade-)Pausen waren wegen der Kinder eh immer länger als gedacht.
Die Ladegeschwindigkeit war okay. Es lagen tatsächlich fast immer die angegebenen 150 kW an, allerdings nur bis ungefähr 65 % – danach ging es oft runter auf 88–100 kW.
Für Slowenien und Kroatien kann ich übrigens die Petrol-Ladepunkte empfehlen.
Zuhause in Bosnien habe ich einfach mit einer mobilen Wallbox geladen (Strompreis: 0,10 BAM / 5 Cent pro kWh).
Der Verbrauch auf der Autobahn lag bei mir zwischen 23 und 28 kWh/100 km.
Offroad:
Als kleines Bonus habe ich ungeplant noch einen Offroad-Test gemacht: Weil ich den Weg nicht kannte und auf Google Maps nicht zu erkennen war, dass es ein unbefestigter Weg ist, bin ich eine 2 km lange Strecke mit 200 Höhenmetern bergauf gefahren. Der Weg war komplett zerstört und wird eigentlich nur von Traktoren genutzt (wie ich erst später erfahren habe).
Es ging wunderbar, obwohl ich „nur“ RWD habe – und ist absolut ohne Kratzer ausgegangen.
Die 360°-Kamera war dabei extrem hilfreich, und das Feature mit dem „transparenten Auto“ hat endlich seinen Zweck erfüllt ![]()
Fazit:
Sehr zufrieden mit dem Fahrzeug – auch als Langstreckenwagen. Klar hätten wir alle gerne ein paar Kilometer mehr Reichweite, aber alles in allem ein unglaubliches Auto für den Preis!