Wir sind am Wochenende aus Südfrankreich in die Schweiz zurückgekehrt, mit zwei E-Bikes auf dem Träger (siehe Bilder in der Galerie). Nachdem Reichweiten, Ladegeschwindigkeiten und Verbrauch immer noch lebhaft diskutierte Themen sind, hier mein Reisebericht als Beitrag dazu:
Gefahrene Strecke 713 km, davon über 90% Autobahn mit Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h. Totalverbrauch 221.6 kW. Gesamtkosten Strom 89.63 Euro. Daraus ergibt sich ein Durchschnittspreis von 41 Eurocents pro kW. Der durchschnittliche Verbrauch war 31.08 kW /100 km, und die durchschnittlichen Kosten pro 100 km bei 12.74 Euro.
Mein Auto hat Stand heute 26170 km und einen Gesamtdurchschnittsverbrauch (AEC) von 22.7 kW /100 km.
Ich habe insgesamt drei Mal geladen, zwei «grosse» Ladungen an der ligurischen Küste (71kW) und südlich von Mailand (56 kW), und eine zusätzliche «kleine» zur Sicherheit im Tessin (26 kW), damit ich bestimmt gut nach Hause komme. Ich halte nichts vom Fahren bis kurz bevor der Abschleppdienst kommt, erst recht nicht um 10 Uhr nachts mit nochmals zwei Stunden Fahrzeit. Das erste Laden war nach einem Sandwich und Pipi erledigt, das zweite nach einem Süssgetränk bei McDonald’s nebenan. Das dritte Laden war eine Pipipause lang. Nichts hat uns irgendwie aufgehalten, weder besetzte Ladestationen noch langsame Ladeleistung. Alles verlief zügig und völlig entspannt.
Der durchschnittliche Verbrauch von 31 kW ist für mich unter diesen Umständen komplett akzeptabel, besonders wenn man berücksichtigt, dass wir hauptsächlich Autobahn gefahren sind, mit zwei schweren E-Bikes auf dem Haken. Es gibt immer wieder Leute, die diesen Verbrauch als (zu) hoch bemäkeln. Aber zu hoch im Vergleich zu was? Wenn ich meinen heutigen Verbrauch mit dem meines Vorgängerautos, einem BMW X3 3.d, vergleiche, schneidet mein Seelöwe sehr gut ab! Beim gängigen Preis von Diesel um die 1.95 Euro hätte mich der Trip mit dem BMW 139 Euro gekostet, verglichen mit 90 Euro Strom. Das ist schon schönes Geld. Das Verhältnis wird noch krasser, wenn Du lokal, an Deiner Wallbox zuhause, laden kannst. Also das Meckern über den Verbrauch könnte man sich meines Erachtens durchaus ersparen.
Die Diskussion um die Ladegeschwindigkeiten ebenso. Beim Laden an der ligurischen Küste stand neben mir ein nigelnagelneuer Porsche Macan 4 Electric. Der kostet mindestens 30'000 bis 40'000 Euro mehr als unser Seelöwe. Als dessen Besitzer kurz Pipi ging, bin ich hinübergeträppelt und habe mir die Ladeperformance angeschaut: bei SOC 54% eine Ladegeschwindigkeit von 157 kW/h – bei einer 800-Volt Architektur, wohlgemerkt. Sicher nicht schneller als meiner! Alles ist relativ. Allzeit gute Fahrt!