Dein Rat mit dem Werkstattbesuch ist natürlich goldrichtig – vorausgesetzt, man möchte dort einziehen und den Mechanikern beim Älterwerden zusehen. Da ich aber noch ein Leben außerhalb von Wartezimmern habe, sammle ich meine kleinen „Besonderheiten“ jetzt erst mal bis zur Durchsicht im März.
Du sprichst ein Phänomen an, das ich tatsächlich zur Genüge kennengelernt habe. Das ist auch was ich meinte, als ich den Umgang mit den Mängeln durch BYD und die Händler monierte. Mein Eindruck ist, dass die Servicetechniker vielerorts durch BYD noch nicht, oder sehr schlecht, ausgebildet sind und das Fahrzeug noch nicht, bzw. teilweise gar nicht, verstehen. Nur so lässt sich erklären, warum sie nach jedem Diagnoseschritt eine Anfrage an BYD (in meinem Fall DE) schicken und dann tagelang auf eine Antwort warten müssen, bis es weitergeht.
In meinem spezifischen Fall bin ich im November drei (3) Mal von Zürich nach Rottweil gepilgert (320 Km Rundreise) und musste zweimal ein Mietauto auf eigene Kosten nehmen, da der Händler nicht kulant ist. Das erste Mal war's für die Diagnose, dann zehn Tage später noch für eine weitere Diagnose, weil die erste laut BYD DE nichts gebracht hat. Die dritte Reise war dann für den Ersatz der GPS-Antenne. Als die dann eingebaut war, stellte sich heraus, dass das nicht das Problem war (!). Nach zehn weiteren Tagen hat mich BYD DE nun zu einer zusätzlichen, dreitägigen Diagnosesitzung aufgeboten. Da wir erst im Februar zurück in die Schweiz kommen, verzögert sich die Lösung also weiter. Darauf wird dann wohl nochmal eine Reise zur Behebung der Probleme kommen, denn die schaffen es ja nicht, unmittelbar nach der Diagnose eine Antwort von BYD zu erhalten und die Reparatur gleich auszuführen. Da liegen immer wieder Tage dazwischen. Vorausgesetzt, der nächste Diagnosetermin bringt die Antwort zum Problem, und die Reparatur die endgültige Behebung desselben, habe ich dann ca. 2000 Km nur aufgrund dieser Mängel gefahren.
Interessant, amüsant und gleichzeitig sehr bezeichnend für das Problem BYDs: Der Servicemechaniker meinte, dass die GPS-Antenne auf dem Dach des Fahrzeugs zu finden sei, weil ja Antennen typischerweise auf Dächern sind. Zwei Stunden in die Arbeit hat er dann erkannt, dass da oben keine Antenne ist und musste bei BYD nachfragen, wo sie sich denn tatsächlich befindet. Die sitzt unter dem Armaturenbrett, und das musste dann mühsam aus- und wieder eingebaut werden, was einen zusätzlichen Arbeitstag ergab. Für diesen krassen Fehler hat mir der Händler allerdings die Miete des Ersatzwagens gestrichen.
Diese Vorkommnisse sind sehr ärgerlich und zeigen auf, wie mangelhaft das Servicenetz von BYD heute noch aufgestellt ist. Da wird noch sehr, sehr viel improvisiert. Man muss also sein Auto schon sehr lieben, um das aushalten zu können. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich die Situation in den kommenden Monaten und Jahren laufend verbessern wird. Sich auch verbessern muss, sonst laufen BYD die Kunden davon.
Glücklicherweise beeinträchtigen die Probleme in meinem Fahrzeug die Fahreigenschaften in keiner Weise. Über Apple Car Play habe ich Zugang zu einem (sowieso besseren als das im Auto verbaute) Navi, und ich kann ohne funktionierende SIM-Karte im Auto noch auskommen, obwohl ich so keine Updates empfangen kann. Trotz der Mängel bin ich im Fazit mit meinem Fahrzeug sehr zufrieden und würde es keinesfalls mehr hergeben, und noch weniger jemals wieder einen Verbrenner kaufen. BYD DE, und den Mitgliedern des Servicenetzes, würde ich hingegen gerne einen kräftigen Tritt in den Hintern versetzen, damit sie endlich den Daumen herausnehmen und einen anständigen, dem Marktniveau entsprechenden Service aufziehen.