Was ich hier lese, überrascht mich keineswegs. Ich habe schon im Sommer 2025 über das grottenschlechte Management in Deutschland berichtet, und das noch schlechtere Kommunikationsverhalten. Was ich mit dem Kauf meines Seelöwen erlebt habe, geht auf keine Kuhhaut. Das darf man aber durchaus dem Europa-Management ankreiden. Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf. Die Organisation wurde dort ausgeheckt, und das - ganz offensichtlich inkompetente - Management-Personal für BYD Deutschland rekrutiert. Wenn Du Pfeifenköpfe als Manager rekrutierst, geht's immer in die Hose. Trotzdem würde ich wieder einen Seelöwen kaufen.
Ich lese hier regelmässig mit einer Mischung aus Mitleid und Stirnrunzeln das Wehklagen und Jammern unserer Forum-Mitglieder über das Ausbleiben ihres neuen Gefährts. Manchmal erinnert mich das ein wenig, Ihr mögt mir verzeihen, an kleine Kinder, die quengeln und Vati bedrängen: "Vati, wann kommt denn jetzt endlich der Weihnachtsmann"? "Papa, ist bald Weihnachten"? Hin und wieder muss ich mich schon fragen, ob meine lieben Forum-Kollegen (und -innen) nicht mit ein wenig unrealistischen Erwartungshaltungen an den Erwerb dieses auf dem europäischen Markt noch ganz neuen Fahrzeugs herangehen, von einem (chinesischen) Hersteller, der ebenfalls noch ganz frisch auf dem europäischen Markt ist und sich erst noch etablieren muss. Ob hier nicht ein Massstab angelegt wird, der vielleicht für europäische Hersteller mit einer hundertjährigen Erfolgsgeschichte gelten mag, aber vielleicht ein wenig zu anspruchsvoll für einen Marktneuling ist?
Es ist eindeutig, dass sich die Kommunikation von BYD Europe noch massiv verbessern muss, und es würde wenig überraschen, wenn jene vom Deutschland-Management möglicherweise noch weiterhin unterirdisch bleiben wird. Wirfst Du noch irgendeine Halbwahrheit und unfundierte Behauptung eines Verkäufers in den Mix, und Du stiftest maximale Verwirrung und Frustration beim Kunden.
Die Unklarheit nervt, das kann ich gut verstehen. Ich erinnere jedoch daran, dass wir alle bei vollem Bewusstsein in ein nicht alltägliches Abenteuer eingestiegen sind, mit einem neuen Fahrzeug von einem neuen, fernen und kulturfremden Lieferanten. Da sollte man schon ein wenig Frustrationstoleranz mitbringen, ansonsten wäre man besser beraten gewesen, ein Fahrzeug bei einem etablierten europäischen Hersteller zu kaufen. Allzeit gute Fahrt.