Österreichs neue Netzentgelte - Gut oder Schlecht?

  • Österreichs Netzentgelte werden demnächst umgestellt: https://orf.at/stories/3446526/

    Welche Auswirkungen hat das beim Laden zu Hause an der Wallbox? Wenn die Ladeleistung "freiwillig" beschränkt wird, wie wirken sich
    die auf die versprochenen günstigeren Gesamtarife aus im Verhältnis zu den höheren Ladeverlusten aus? Ist es wieder nur eine typische Augenauswischerei auf österreichisch?


    Habe kurz die KI befragt, was die dazu meint:

    Bei 4 kW dreiphasig sind die Verluste meist spürbar höher als bei 11 kW dreiphasig, als grobe Faustregel etwa 3 bis 6 Prozentpunkte mehr. Typisch sind ungefähr 6–9 % bei 11 kW und 10–15 % bei 4 kW. Je nach Fahrzeug kann es auch deutlich mehr sein.

    Warum 4 kW dreiphasig besonders ungünstig ist

    4 kW dreiphasig entspricht etwa 6 A pro Phase, und das ist bei den meisten Autos der niedrigste Ladestrom, den sie überhaupt akzeptieren. Der Onboard-Lader läuft damit im untersten Teillastbereich, nur bei rund einem Drittel seiner Nennleistung. Dort ist sein Wirkungsgrad am schlechtesten.

    Der Grundverbrauch fällt ebenfalls stärker ins Gewicht. Nimmt man 300 W Eigenverbrauch während des Ladens an, sind das bei 11 kW knapp 3 % der Leistung, bei 4 kW schon über 7 %. Zudem dauert die Ladung fast dreimal so lange.

    Viele Onboard-Lader bestehen außerdem aus drei einzelnen Lademodulen, einem pro Phase. Bei 6 A dreiphasig laufen alle drei gleichzeitig in schwacher Teillast. Bei manchen Autos ist deshalb einphasiges Laden mit 16 A (3,7 kW) sogar effizienter als dreiphasig mit 6 A (4,1 kW), obwohl die Leistung fast gleich ist. Das ist aber modellabhängig.


    Habt ihr eine Idee, wie sich das beim SL7 verhalten wird? Oder erzählt uns die KI wieder einfach nur Blödsinn?

  • Vorgestern habe ich die die Viertelstundenwerte der letzten drei Jahre ausgelesen und analyssiert. 2023 wurde eine Photovoltaikanlage (12,8 kW-Peak) mit Batteriespeicher (21 kWh) montiert. Meinen BYD Sealion 7 AWD Excellence (gekauft Juli 2025) lade ich tagsüber (Pensionist) nur mit Überschussstrom und nachts mit 11 kWh. Die Analyse der Werte des Netzbetreibers zeigt, dass bei nächtlicher Ladung in keinem Viertelstunden-Wert mehr als 3,2 kWh gezogen wurden. Wenn ich die neue Regelung richtig verstanden habe, verteuert sich das Netzentgelt nur, wenn der höchste Viertelstunden-Wert eines Monats 10 kWh überschreitet. Und diese Rechnung beginnt jedes Monat von Neuem. Also sollte die Ladung des BYD kein Thema werden. Anders sieht es vielleicht aus, wenn dazu noch eine (Luft-)Wärmepumpe betrieben wird. Diese sollte dann nach Aussagen von Experten 24 Stunden durchlaufen, um den Strombedarf gut zu verteilen. Soweit meine laienhafte Erkenntnis aus dem bisher in den österreichischen Medien Veröffentlichten.

  • Hallo Georg, vielleicht verstehe ich da was falsch, aber an deinen Werten ist etwas komisch. Wenn du bon einem Viertelstundenwert von 10kWh spricht, dann müsste doch mit einer Leistung von 40kW eine Viertelstunde lang ein Verbraucher ziehen? Welche Privathäuser sind auf solche Leistungen abgesichert? da kann was nicht stimmen :/

  • Die Netzgebühr bezieht sich auf die durchschnittliche Leistung in der Viertelstunde (kW) und nicht auf die bezogene Energiemenge (kWh). Wenn du 3,2 kwh Stunden in 15 Minuten bezogen hast, bedeutet das, dass die durchnittliche Leistung 3,2kWh*4 = 12,8kW war, dadurch erhöht sich die Grundpauschale auf 44 EUR (da ab 10kw der doppelte Preis anfällt)


    • 10 kW Basis: 10 *2,82 € = 28,20€
    • 2,8 kW Überschreitung: 2,8 * 5,64 € = 15,79 €
    • Monatliche Leistungsgrundgebühr: ca. 44,00 €


    zum Vergleich: Drosselst du die Geschwindigkeit beim Laden auf 6kW reduziert sich die Grundgebühr schon auf 17 EUR (6*2,82).


    Wie mudshark schon ausgeführt hat ist die Frage, inwieweit eine Drosselung der Geschwindigkeit aufgrund der höheren Ladeverluste dann sinnvoll ist. Bin da noch unschlüssig.


    Ich warte mal auf die konkreten Tarife, bisher ist es ja nur ein Entwurf der e-Control...


    Die neue Netzgebühr trifft vor allem BEV und Wärmepumpenbesitzer

  • ok, also bei einem typischen Hausanschluss abgesichert mit 25A sind max. 17,3 kW möglich.... somit geht's um ca. 7,3 x 5,64 Euro an möglichen Mehrkosten monatlich :/

    Ist schon ne Hausnummer....

  • Ja das ist schon einiges, allerdings braucht ein normaler Haushalt selten mehr als 4kw in der Viertelstunde, außer es wird Herd, Waschmaschine usw. alles gleichzeitig eingeschalten.


    Und genau das wollen sie ja regulieren, keine hohen Last Spitzen sondern die Leistung über den Tag verteilen.

  • Ich habe die KI noch ein bissl weiter befragt. hier die Antwort (es geht nicht ums PV-Überschussladen):

    die Antworten natürlich ohne Gewähr, dass sie auch stimmen:

    Die angeregte Vergleichsmessung werde ich bei Gelegenheit und erforschtem "Wie" bei Gelegenheitmachen. Die meinige Wallbox

    hätte jedenfalls einen eichrechtskonformen Zähler dazu.
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    Frage: was für einen oboard-lader hat der sealion 7 awd?

    Antwort:


    Der Onboard-Lader des Sealion 7 ist kein separates Gerät. Er sitzt integriert in BYDs kombinierter Antriebseinheit. Welche Einheit das ist, hängt von der Variante ab.

    Sealion 7 Excellence AWD (91,3 kWh): Er ist die europäische Topversion mit 91,3‑kWh‑Akku und steht auf der weiterentwickelten e‑Platform 3.0 Evo mit 800‑V‑Bordnetz. Diese Plattform nutzt ein 12‑in‑1‑Antriebssystem. Darin stecken unter anderem Motor, Untersetzung, Siliziumkarbid-Leistungselektronik, DC‑Wandler, Batteriemanagement, Fahrzeugsteuerung, der Onboard-Lader (OBC), die Stromverteilung und ein Boost-Modul. Der Boost-Modul ist für DC‑Säulen mit nur 400 V gedacht.

    Sealion 7 Design AWD (82,5 kWh): Er gehört zu den Exportversionen, die noch auf der älteren e‑Platform 3.0 mit 400‑V‑Architektur basieren. Hier steckt der Lader im 8‑in‑1‑System, das Fahrzeugsteuerung, BMS, Motorsteuerung, Stromverteilung, DC‑DC‑Wandler, Onboard-Lader, Motor und Getriebe zusammenfasst.

    Leistungsdaten des Laders (Excellence AWD)

    Laut ADAC-Autokatalog kann der Lader einphasig und dreiphasig laden, mit 7,0 bis 11,0 kW AC. Für Australien wird einphasig maximal 7 kW (32 A) und dreiphasig maximal 11 kW (16 A pro Phase) angegeben. In Deutschland sind einphasige 32 A an privaten Wallboxen wegen der Schieflastgrenze normalerweise nicht erlaubt. Einphasig bist du hier also meist auf 20 A (4,6 kW) oder 16 A (3,7 kW) beschränkt. Der Lader ist außerdem bidirektional, denn V2L ist serienmäßig. Über einen Adapter am Typ‑2‑Anschluss kannst du also Geräte mit 230 V aus dem Akku versorgen.

    Was nicht öffentlich bekannt ist

    Den inneren Aufbau des Laders veröffentlicht BYD nicht. Unbekannt sind zum Beispiel diese Punkte:

    • ob er aus drei Einzelmodulen (je eins pro Phase) oder aus einer gemeinsamen Stufe besteht,
    • welchen Wirkungsgrad er bei Teillast hat,
    • wie er die 400 V aus dem Netz auf das 800‑V‑Akkuniveau bringt.

    Genau diese Details würden zeigen, ob bei deinem Auto 3 × 6 A oder 1 × 16 A effizienter ist. Diese Frage beantwortest du deshalb am zuverlässigsten mit einer eigenen Vergleichsmessung an der Wallbox.



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