Verbrauch BYD Sealion7 - realer Durchschnittsverbrauch in kWh - Rekuperation relevant?

  • Hallo zusammen,

    weil beim Sealion 7 Excellence häufig über den hohen Verbrauch und die Reichweite diskutiert wird, habe ich das für meine persönliche Situation einmal anders betrachtet.

    Aktuell fahre ich einen Cupra Ateca, Baujahr 2019, Stage 2 mit ca. 380 PS. Mein tatsächlicher Verbrauch liegt bei rund 12 Litern Super Plus/100 km und mit einer Tankfüllung schaffe ich keine 400 km. Ich fahre etwa 15.000 km im Jahr, davon ca. 90 % Stadtverkehr in Berlin.

    Bei angenommenen 2,30 €/Liter kostet mich der Cupra rund 27,60 € pro 100 km bzw. etwa 4.140 € Sprit im Jahr.

    Jetzt bekomme ich einen BYD Sealion 7 Excellence AWD mit 91,3-kWh-Akku und 530 PS.

    Ein großer Vorteil bei mir: Ich habe an meiner eigenen Firma eine 11-kW-Wallbox und kann den BYD dort regelmäßig laden. Ich bin im Alltag also kaum auf teure öffentliche Schnelllader angewiesen.

    Für den BYD rechne ich bewusst etwas großzügiger mit 24 kWh/100 km. Bei 15.000 km sind das 3.600 kWh reine Fahrenergie im Jahr. Rechnet man noch etwas Ladeverlust dazu, kann man grob mit rund 3.900 kWh Strombezug rechnen.

    Bei angenommenen 0,30 €/kWh wären das etwa 1.170 € Stromkosten im Jahr.

    Also grob:

    Cupra: ca. 4.140 €/Jahr

    BYD: ca. 1.170 €/Jahr

    Ersparnis: ca. 2.970 €/Jahr

    Auf fünf Jahre bzw. 75.000 km wären das rund 14.850 € Unterschied allein bei den Energiekosten.

    Natürlich ist der Sealion 7 kein Verbrauchswunder. Aber für mich ist nicht nur entscheidend, ob ich mit einer Ladung 400 oder 500 km schaffe. Mein Cupra schafft mit einer Tankfüllung schließlich ebenfalls keine 400 km – nur kostet mich das Fahren damit erheblich mehr.

    Deshalb sehe ich die Reichweitendiskussion bei meinem Fahrprofil relativ entspannt. 90 % Stadtverkehr, eigene 11-kW-Wallbox an der Firma und deutlich niedrigere Kosten pro 100 km sind für mich am Ende wichtiger.

    Sobald der Sealion da ist und ich einige Tausend Kilometer gefahren bin, werde ich natürlich mit den echten Verbrauchs- und Ladewerten vergleichen.

  • Freunde, meine Gattin und ich haben gerade ein wunderbares verlängertes Wochenende in Tirol und dem schönen Salzkammergut verbracht. Wir haben auf dem Hin- und Rückweg jeweils zwei Mal ganz entspannt, und mit relativ kurzer Verweildauer, bei Ionity geladen, zu 39 Eurocent das kW. Im Hotel in St. Wolfgang konnten wir über Nacht zu 25 Eurocent pro kW laden. Beim Betrachten der Spritpreise an den Tankstellen fiel auf, dass der Diesel bis zu 2.31 Euro pro Liter kostete. Das macht schon einen beträchtlichen Unterschied aus zum Verbrauch meines früheren BMW X3. Da kommt bei jeder Vorbeifahrt an einer Tankstelle ein wohliges Gefühl auf.


    Der BYD wird übrigens gesehen und respektvoll angeschaut, und man sieht ihn auch immer öfter. In den vergangenen vier Tagen sind uns fünf Seelöwen und eine ganze Anzahl anderer BYD Modelle begegnet. Die Marke etabliert sich allmählich, und wird prominenter.

  • Wie hoch ist dein durchschnittlicher Verbrauch bei 140 km/h? Weißt du ungefähr, wie viele Kilometer man bei konstant 140 km/h von 100 % bis 10 % Akkustand schaffen würde?

    Wenn das möglich wäre, aber leider stehen mir der Verkehr, die Baustellen und die Geschwindigkeitsbegrenzungen immer im Weg.

  • Auf der Autobahn, insbesondere während des täglichen Pendelns oder auf längeren Fahrten, bietet sich manchmal eine faszinierende Beobachtung: Es ist schlichtweg amüsant und gleichzeitig lehrreich zu sehen, mit welcher beeindruckenden Effizienz man eigentlich unterwegs sein könnte, wenn man eine bestimmte Fahrweise an den Tag legt. Diese Erkenntnis wird oft durch das Verhalten von Elektroautos unterstrichen.

    Der Anblick, wie manche Elektrofahrzeuge sich scheinbar mühelos und in einem gemächlichen Tempo fortbewegen, ist oft ein direkter Indikator für das sogenannte "Hypermiling". Hypermiling ist eine Fahrtechnik, bei der Autofahrer bewusst darauf abzielen, den Kraftstoffverbrauch – oder im Falle von Elektroautos den Energieverbrauch – auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Dies geschieht durch eine Kombination aus vorausschauendem Fahren, dem Vermeiden abrupter Beschleunigungen und Bremsungen, dem Einhalten einer konstanten, oft moderaten Geschwindigkeit und der optimalen Nutzung des Schwunges.

    Wenn man diese Elektroautos beobachtet, die mit einer scheinbaren Gelassenheit und ohne Hast dahingleiten, wird einem bewusst, dass die Hektik, die oft den Straßenverkehr prägt, nicht immer notwendig ist. Man sieht, wie sie sanft beschleunigen, oft im Windschatten anderer Fahrzeuge bleiben und bei Gefälle die Rekuperationsfunktion ihrer Motoren maximal ausnutzen, um Energie zurückzugewinnen. Dieser Stil des Fahrens wirkt auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär, doch dahinter steckt eine ausgeklügelte Strategie, die darauf abzielt, die Reichweite des Fahrzeugs zu maximieren und die Effizienzgrenzen auszuloten. Es ist eine Demonstration, wie viel Energie im konventionellen Fahrbetrieb oft unnötig verschwendet wird, und ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein bewussterer Fahrstil nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch entspannender sein kann.

  • naja,

    ich bin der Meinung über Verbrauch kann man immer diskutieren,

    es gibt eben Menschen die über einen Kauf nachdenken und für viele ist der Verbrauch kaufentscheidend.

    Wie bei diesel- und benzinbetriebenen Fahrzeugen ist auch bei den E-Boliden das Fahrprofil entscheidend,

    es gibt hier Besitzer die fast die Herstellerangaben erreichen und andere die eben viel auf Autobahnen unterwegs sind die deutlich über 30KW auf die 100km brauchen, so ist es eben.....

  • Ehrlich gesagt verwirrt mich das etwas und macht mir auch ein bisschen Sorgen. Dabei geht es mir nicht um den Preis, sondern darum, wie viele Kilometer man tatsächlich fahren kann.

    Das Problem ist: Jedes Mal, wenn ich auf der Autobahn ein Elektroauto sehe, fährt es sehr langsam – meistens genau am Tempolimit oder sogar deutlich darunter. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob die niedrigen Verbrauchswerte, die oft genannt werden, für jemanden realistisch sind, der ganz normal fährt wie mit einem Verbrenner, also zum Beispiel etwa 10 km/h über dem jeweiligen Tempolimit.

    Das ist Deine ganz persönliche, eine sehr subjektive Wahrnehmung, die ich so nicht teilen kann. Aus der Perspektive eines Bleifussindianers mag es so aussehen, dass E-Autos langsamer fahren, und aus dieser Perspektive mag das auch als "sehr langsam" erscheinen. Nach meiner, ebenfalls sehr subjektiven Wahrnehmung fahren die meisten EV brav am Tempolimit. So wie es eigentlich sein sollte. So wie es der Gesetzgeber vorgegeben hat. "Schleicher" gibt es gewiss auch bei den EV-Fahrern, aber das sind wohl dieselben Zeitgenossen, die auch früher schon mit Verbrennern auf der offenen Autobahn minutenlang einen Laster mit 95 km/h überholt und sich einen Deut darum geschert haben, dass sie den schnelleren Verkehr aufhalten.


    Ich fahre überwiegend Autobahn, und nein, Deine Wahrnehmung deckt sich nicht mit meiner. Implizit in Deiner Darstellung scheint zu sein, dass viele EV-Fahrer bewusst langsamer fahren, um die Reichweite zu optimieren. Wir können nicht in die Köpfe anderer hineinsehen, aber Reichweitenoptimierung, oder Kosteneinsparung vermute ich jetzt mal nicht (mehr) unter den primären Motivationen. Wer ein paar Mal Langstrecke gefahren ist, weiss seine Fahrt so zu planen, dass er bequem und entspannt nachladen kann, zum optimalen Zeitpunkt und ohne die leisesten Reichweitenängste. Und um die Kosten kann es auch nicht gehen, denn die Ersparnisse sind im Cents- bis niedrigen Eurobereich. Pipifax, wie an anderer Stelle dargelegt.


    Ich fahre mindestens 75% Autobahn, sehr viel Langstrecke. In der Schweiz, Deutschland, Oesterreich, Italien, und auch sehr viel in Frankreich. Einzig in Deutschland darf man noch legal auf der Autobahn bolzen; in allen anderen Ländern ist man gut beraten, sich in der Nähe der vorgegebenen Geschwindigkeit zu halten, sonst kann es ganz schön teuer werden. Italien ist da vielleicht die Ausnahme; vielerorts wird dort das Tempolimit im besten Fall als eine unverbindliche Empfehlung angesehen. Es trifft zu, dass ich mit dem Kauf meines ersten EV, dem Seelöwen, meinen Fahrstil etwas geändert habe, aber keineswegs aus den oben genannten Gründen. Anstatt 150 bis 170 km/h auf der deutschen Autobahn fahre ich nun 130 bis 140. Dasselbe in Italien und Frankreich (Tempolimit max 130 km/h), und irgendwo um die 130 in der Schweiz (max 120 km/h). Ich fahre also in Deutschland ein wenig langsamer als vorher, dafür deutlich entspannter. Alles andere blieb wie dannzumal. Ganz normal. Für einen Nicht-Bleifussmohikaner. Wahrscheinlich so normal wie bei den meisten Seelöwenfahrern in diesem Forum auch. Mein Durchschnittsverbrauch nach 34'000 km? 22,5 kWh/100 km. So wie viele Seelöwen in diesem Forum auch. Reichweite? Kein Thema. War es - völlig unbegründet - auf den ersten drei Langstrecken, dann hatte ich es begriffen.


    Ich habe nichts gegen die Darstellung subjektiver Wahrnehmungen, Vermutungen und Projektionen. Ich finde jedoch, dass es dem Erkenntniswert und -gewinn in diesem Forum gut täte, wenn wir uns soweit es geht an Fakten halten und Spekulationen auf ein Mindestmass reduzieren. Das wäre ein echter Gewinn! Allzeit gute Fahrt.

  • Ich fahre etwa 15.000 km im Jahr, davon ca. 90 % Stadtverkehr in Berlin.


    Für den BYD rechne ich bewusst etwas großzügiger mit 24 kWh/100 km.

    Danke für diese nützliche und erleuchtende Rechnung. Es würde mich in keiner Weise überraschen, wenn Du bei diesem Fahrprofil im Gesamtdurchschnitt auf unter 20 kWh/100 km kommen würdest und freue mich darauf, irgendwann das tatsächliche Resultat hier zu lesen. Allzeit gute Fahrt.

  • Danke für diese nützliche und erleuchtende Rechnung. Es würde mich in keiner Weise überraschen, wenn Du bei diesem Fahrprofil im Gesamtdurchschnitt auf unter 20 kWh/100 km kommen würdest und freue mich darauf, irgendwann das tatsächliche Resultat hier zu lesen. Allzeit gute Fahrt.

    Sehr gerne.


    Natürlich berichte ich davon, sobald ich ihn ein paar 1000 Kilometer bewegt habe :thumbup:

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