Verbrauch BYD Sealion7 - realer Durchschnittsverbrauch in kWh - Rekuperation relevant?

  • Moin zusammen,

    ich komme aus dem Norden Deutschlands (Lüneburger Heide) und bekomme meinen Sealion erst noch.
    Daher kann ich nicht mit Erfahrungswerten vom Sealion dienen, aber mit meinen jetzigen Verbrauchswerten einen
    Vergleich ziehen.
    Ich fahren momentan einen Audi q5 TFSI 55 e, also einen Hybrid mit 367 PS, der von dem Rahmendaten dem Sealion schon recht ähnlich kommt.
    Hier hat ich im letzten 1 1/2 Jahren einen Durchschnittsverbrauch von 5,4 l Super und 10,1 kw pro 100 km.
    Wenn ich einen aktuellen Superpreis (E5) mit EUR 2,10 rechne und einen KW preis von EUR 0,69 (ionity) ergeben dieses Kosten von EUR 18,31 pro 100 km.
    Die geringen Verbräuche sind meinem Profil mit 90 % Land/Stadt und 10 % Autobahn geschuldet.
    Wenn ich hier beim Sealion einen fiktiven Verbrauch von 30 kw annehme, komme ich auf Kosten von EUR 20,70 und bin in der Tat, sogar ein wenig teurer.

    Allerdings lade ich den Strom zuhause und zahle hier max. EUR 0,30 (durch dynamische Tarife wird der Wert noch geringer sein).
    Dann bin ich beim Sealion nur noch bei EUR 9,00 und beim Audi bei EUR 14,37.

    Es muss also immer das persönliche Profil berücksichtigt werden, und dann kann es in beide Richtungen ausschlagen.

    Was aber auf jeden Fall eine Tatsache ist, einen Audi Q6 bekomme ich mit einer Vollausstattung nicht unter TEUR 100, der Sealion kosten unter TEUR 60.
    Für diese Differenz kann ich bei Ionity knapp 58.000 kw Strom kaufen und würde bei einem fiktiver Verbrauch von 30 kw 193.000 km fahren können.
    Das ein Audi Q6 nicht mal in der Lage ist Updates OTA zu erhalten ist hier dann noch nicht mal berücksichtigt ;)

    Den auch angebrachten Hinweis, dass das Strom laden an Autobahnen teuer ist, fand ich auch befremdlich. Es wird auch keiner auf die Idee kommen,
    den Benzinpreis auf der Autobahn als Vergleich anzuführen (momentan 2,70 EUR bei meiner nächsten Autobahntankstelle).


    Das Argument von Langenloiser ist zwar nicht monetär, aber ich denke auch ein sehr wichtiges. Und das die fossilen Treibstoffe immer teurer werden
    (alleine in D durch die C02 Besteuerung) sollte auch jedem klar sein.

    Also seid nett miteinander und es wird kein gut oder böse geben, es kommt auf das individuelle Profil an.

    Viele Grüße

  • Hallo Volkino


    In der Praxis werden Deine Stromkosten mit dem Sealion noch einiges niedriger liegen.


    Zum einen ist bei dem Fahrprofil im Ganzjahresschnitt nur ein Verbrauch ca. 23-25 kWh/100 km inkl. Ladeverluste zu erwarten - außer die fährst überwiegend Kurzstrecken im Winter.


    Zum anderen kannst Du unterwegs deutlich günstiger laden. Entweder Ad-hoc z.B. bei Jet für 0,49 EUR/kWh oder mit einem monatsweisen Abo Deines bevorzugten Anbieters - das kann, muss aber nicht Ionity sein. Deutschlandweit sind auch EnBW, Aral, EWE Go und die Pfalzwerke stark vertreten. Ein Abo habe ich nur in den reiseintensiven Sommermonaten, während sich das im Winter ohne längere Strecken für mich nicht lohnt. Erfreulicherweise sinken die Autostrompreise in Deutschland momentan endlich auf breiter Front.


    Viele Grüße Michael

    SL7 Excellence AWD in Atlantis grey / schwarz mit AHK

    Baden-Württemberg / Deutschland

  • Kurz off topic:

    Bezüglich der Umweltbelastung ist die E-Mobilität noch nicht dort, wo sie sein könnte. Das Lithium wird leider teilweise noch mit einem extrem hohen Wasserverbrauch gewonnen. Die Förderung muss umweltfreundlicher werden und, wenn möglich, lokal stattfinden.

    Natürlich ist auch die Gewinnung von Erdöl nicht umweltfreundlich. Und wenn der Kraftstoff erst einmal verbrannt wurde, ist das erst recht nicht umweltschonend.

    Dennoch ist der Weg zur E-Mobilität meiner Meinung nach der richtige. Alle Vorteile muss ich euch ja nicht erklären – wir erleben sie schliesslich tagtäglich.

  • Danke an Euch beide, Volkino und Michael70. Das waren echt konstruktive und informative Beiträge. Sowas wünsche ich mir hier. Es hilft nicht nur uns, sondern vor Allem jenen, die in diesem Forum Informationen über den Seelöwen im Speziellen, aber auch über EV-Betrieb im Generellen, suchen.


    Ich kann den Ausführungen von Michael70 vollumfänglich zustimmen. Nachdem schon einige hier in diesem Forum von einem durchschnittlichen Gesamtverbrauch ihres Seelöwen von 21-22 kWh / 100 km berichtet haben, erscheint ein fiktiver (Durchschnitts-) Verbrauch von 30 kWh schon eine etwas extreme Annahme. Ein ganz kleiner Prozentsatz von Seelöwen-Fahrern wird wohl je annähernd an solche Werte herankommen. Die grosse Mehrheit darf sich wohl entspannt auf einen Durchschnittswert irgendwo zwischen 20 und 25 kWh / 100 km einstellen. Und wie Michael70 ausführt, gibt es mittlerweile viele Anbieter mit vernünftigen Preisen, so dass auch jemand, der nur auswärts laden kann, deutlich weniger Kosten mit einem EV haben wird, verglichen mit einem gleichwertigen Verbrenner.


    Sowohl Michael70 wie auch Volkino unterstreichen jedoch nochmals sehr deutlich eine Tatsache, an der es nichts zu rütteln gibt, egal welche weit hergeholten Argumente man verwendet: Das Elektrofahrzeug ist nicht nur oekologisch sinnvoller, sondern auch deutlich billiger im Verbrauch, als ein Verbrenner. Sehr deutlich sogar. Den wesentlich einfacheren und billigeren Unterhalt gar nicht eingerechnet. Diese Botschaft sollten wir nicht müde werden, an alle zu verkünden, die in Hörweite sind. Wer rechnet, fährt EV. Allzeit gute Fahrt.

  • wenn wir derartige unfundierte Behauptungen raushauen, die sowas von krass daneben liegen. Das sollte eigentlich Anstand und Sorgfaltspflicht verbieten. Wir tun uns damit gar keinen Gefallen und schaden der Bewegung Richtung klimafreundliche Mobilität. Man könnte fast glauben, sowas stamme aus der Feder eines Verbrenner-Lobbyisten.


    P.S. Der Schreiber hat wohl zufällig vergessen, den Verbrauch seines Audi Q5 Sport Diesel mit dem Verbrauch des Seelöwen zu vergleichen. Der wird wohl kaum anders sein, als jener meines BMW X3 3.0d. Womit wir wieder bei der obigen Rechnung wären. Allzeit gute Fahrt, und lasst Euch keinen Bären aufbinden!

    Wie man aus meinem Satz:


    Wenn man den Verbrauch als Kriterium nimmt, so kommt man in D an einer Wahrheit nicht vorbei: das Laden an öffentlichen Ladesäulen ist mindestens doppelt so teuer wie daheim, wenn nicht sogar noch teurer (Autobahn) und damit ist es für einen Käuferkreis der nur auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist, keine gute Alternative.


    das obige ableiten kann, ist schon erstaunlich. Normalerweise antworte ich darauf nicht, da es mit einem Austausch wirklich nichts zu tun hat. Da es hier aber um die Community und den Austausch geht, werde ich meine Zahlen in einem weiteren Post darlegen.

  • Also ich weiß ja nicht , ich bin mit dem Verbrauch absolut zufrieden wenn ich sehe was mein Mazda 6E verbraucht und der Dolphin Surf meiner Frau.

    Ich fahre 90% Landstraße ( Linnich - Düren - Linnich meistens ) oder eben ab und an Erledigungen.

    Sofern ich auf der Landstraße unterwegs bin , verbraucht er zwischen 15 und 17kwh - auf der Autobahn zwischen 17 und 20... Für das Gewicht und die Schrankwand finde ich das in Ordnung.


    Gerade in dem Hinblick auf die Leistung die das ding abrufen kann.

  • Seit der Übernahme meines BYD SL7 Excellence protokolliere ich genau den Verbrauch. Derzeit habe ich noch einen Audi Q5 Sport Diesel, der bis auf die Motorleistung von der Ausstattung her vergleichbar ist (AWD. Standheizung, AHK, HUD, Komfort etc.). Die Wartungs-, Verschleiss und Beschaffungskosten lasse ich aussen vor. Die Hochrechnung aufs Jahr ist naürlich nur ein grober Überschlag, denn mein bisher erfasster Verbrauch bezieht sich ja nur auf den Sommer.


    Nehmen wir also zunächst die sonstigen Kosten:


    1.jpg


    Bisher bin ich 2.122 km gefahren. Der Verbrauch stellt sich dementsprechend wie folgt dar:


    2.jpg


    Ich habe meine Wallbox erst seit zwei Wochen in Betrieb; künftig wird es aber im Verhältnis Wallbox /( Ladesäule genau andersherum sein (blaue Felder).


    Zusammengefasst ergibt sich folgendes Bild:


    3.jpg


    Wie jede Betrachtung ist diese auch nicht repräsentativ. In meinem Fall waren beim Umstieg auf mein erstes EV-Auto folgendes aussschlaggebend:

    • Der Beschaffungspreis des BYD (etwa 40% weniger als seinerzeit der Audi, der ja nun auch deutlich mehr kostet)
    • der Umstand, dass mein Audi in der Familie anderweitig gebraucht wird
    • der Eindruck von zwei Probefahrten (1h und 2h)

    Fazit:

    • Der Verbrauch geht für mich i.O.
    • Ich genieße jede Fahrt mit dem SL7. Beanstandungen habe ich keine.
    • Ich überlegen, die Abdeckplatte im Kofferraum zu teilen, und beide Teile mit Möbelscharnieren zu verbinden, um komfortabler an die hintere Mulde heranzukommen.
    • In die hintere Mulde habe ich eine PVC Möbelstütze für die untere Position der Abdeckplatte gestellt, um diese gerade in der Mitte über der Mulde besser abzustützen.

    ,

  • Ich habe mir eine Tabelle für die Ladezeiten an meiner 11kW-Wallbox erstellt, als A5-Format ausgedruckt (Vor- und Rückseite) und laminiert. Liegt nun im Auto.


    lz1.jpg


    Zur Erklärung:

    • Meine Wallbox ist auf 10A eingestellt und liefert damit nominal 6,6 kW/h.
    • In der BYD-Anzeige wird die Restkapazität in % angezeigt, deshalb muss sie erstmal umgerechnet werden. Auch werden nur 6.0 kW in der App angezeigt, was ok ist (Verlustleistung etc.).
    • Ich habe also als Ladeleistung die 6 kW genommen.
    • Wenn man das dann in Zeit für die Ladung auf 100% umrechnet, kommt man auf Werte die eine Differenz von ca. 1h zum angezeigten Wert in der App erzeugen.
    • Ich habe mir die Mühe gemacht, bei Aufladen auf 100% die Werte in der Tabelle mit der App zu vergleichen und daraus einen Korrekturfaktor zu ermitteln und in die Formel mit einzufügen.
    • In meinem Fall ist der Faktor 1,35.

    Wer Interesse an dem Excel-File hat, kann mir ja eine PN schicken.

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